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3 Ängste bei Migräne und wie Migräne-Coaching dich unterstützen kann

Vielleicht kennst du das: Gerade hast du keine Migräne. Und trotzdem ist sie da – in deinen Gedanken. Beim Blick auf den nächsten Termin beim Neurologen. Wenn du dich abends mit einer Freundin verabredet hast. Oder wenn du einen schönen Tag erlebst und dich plötzlich fragst: Wie lange geht das diesmal gut?

Migräne nimmt oft mehr Raum ein als die Attacke selbst. In meiner Praxis begegnen mir drei Ängste immer wieder: die Angst vor dem nächsten Neurologen-Termin, die Angst schon wieder ein Treffen absagen zu müssen und die Angst vor der nächsten Attacke. Über diese drei Ängste möchte ich heute schreiben. Denn du musst dich dafür weder schämen noch mit ihnen allein bleiben.

Die Angst vor dem Termin beim Neurologen

„Wie viele Schmerztage hatten Sie seit unserem letzten Termin?“

Eine sachliche Frage – eigentlich. Und vielleicht zieht sich bei dir trotzdem schon beim Gedanken daran alles zusammen. Weil du gehofft hattest, diesmal eine kleinere Zahl nennen zu können. Weil du enttäuscht bist, dass es „wieder so viele“ Migränetage sind. Oder weil es sich anfühlt, als müsstest du erklären, warum es noch immer nicht besser ist …

Deine Schmerztage sind keine Bewertung deiner “Leistung”. Du hast nicht versagt, wenn es mehr geworden sind. Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist wichtig und hilft, deine medizinische Behandlung zu optimieren. Aber das geht am Besten ohne Stress.

Wie Migräne-Coaching dich hier unterstützen kann

Im Coaching können wir uns anschauen, warum dieser Termin Stress in dir auslöst: Angst vor Bewertung? Hilflosigkeit? Den Druck, endlich „Fortschritte liefern“ zu müssen? Vielleicht reicht schon ein bestimmter Gesichtsausdruck deines Neurologen, und du fühlst dich klein oder verunsichert.

Manchmal ist eine solche Reaktion mit früheren Erfahrungen verbunden – etwa damit, nicht ernst genommen worden zu sein oder Autoritäten nicht widersprechen zu dürfen. Wenn das bei dir eine Rolle spielt, können wir prüfen, ob EMDR eine passende Unterstützung ist, um die damit verbundene, emotionale Belastung zu verringern.

Das Coaching ersetzt nicht die neurologische Behandlung. Es unterstützt dich, deine Anliegen im Arztgespräch klar zu vertreten – ohne schlechtes Gewissen und mit einem neutralen Gefühl, denn es ist dein gutes Recht z.b. alles zu fragen, was du möchtest.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Kirstens Angst vor Medikamenten

Wie eng frühere Erfahrungen und die Anspannung beim Arztbesuch zusammenhängen können, zeigt die Geschichte meiner Klientin Kirsten. Sie hatte große Angst davor, ihre Migräne-Medikamente einzunehmen. Ihr Neurologe warnte sie immer wieder eindringlich vor einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz, kurz MÜK. Bei Kirsten kam vor allem eines an: Jede Tablette könnte gefährlich sein. So stand sie bei jeder Einnahme unter Stress und hatte beim nächsten Arzttermin das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Im Coaching zeigte sich, dass ihre Sorge nicht erst in der Arztpraxis entstanden war. Schon als Kind hatte Kirsten ihre Oma häufig mit Migräne erlebt. Deren Überzeugung: Dagegen helfe ohnehin nichts, und Tabletten machten alles nur schlimmer. Diese frühen Erfahrungen prägten Kirstens Gefühl gegenüber Medikamenten noch immer.

Mit EMDR arbeiteten wir an der emotionalen Belastung, die damit verbunden war. Außerdem beschäftigten wir uns mit ihrer Überzeugung, Autoritäten wie einem Arzt nicht widersprechen zu dürfen. Es ging nicht darum, medizinische Risiken kleinzureden, sondern darum, dass Angst nicht mehr jedes Gespräch und jede Einnahme bestimmte. Fragen zur sicheren Anwendung ihrer Medikamente gehören in die ärztliche Beratung.

Nach dem Coaching berichtete Kirsten, ihre Akutmedikamente erstmals ohne den bisherigen emotionalen Stress einnehmen zu können. Auch beim nächsten Neurologen-Termin erlebte sie sich anders: Sie fragte nach einer vorbeugenden Behandlung und hakte nach, als der Arzt diese pauschal als gefährlich ablehnte. Schließlich entschied sie sich für einen Arztwechsel. Seitdem fühlte sie sich medizinisch gut betreut – und war stolz darauf, für sich eingestanden zu sein.

Kirstens Geschichte zeigt, was das Coaching freisetzen kann: Es geht nicht darum, eine ärztliche Behandlung zu ersetzen, sondern dich darin zu stärken, die beste Behandlung zu bekommen, die du kriegen kannst. Und dazu gehört meist Fragen zu stellen, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und Entscheidungen gemeinsam mit kompetenten Behandelnden zu treffen. Ohne dass negative Gefühle dich daran hindern!

Die Angst, schon wieder absagen zu müssen

Die zweite Angst kenne ich selbst ebenfalls sehr gut aus meiner eigenen Zeit als chronische Migränikerin: Du hast dich auf den Abend gefreut. Endlich in das tolle Restaurant mit deiner besten Freundin. Und dann merkst du: “Heute geht es nicht!” Mist.

Zum Migräne-Schmerz kommt dann schnell der Gedanke: „Was denkt meine Freundin jetzt von mir? Irgendwann fragt sie bestimmt gar nicht mehr.“ Vielleicht formulierst du die Absage dreimal um. Vielleicht gehst du sogar mit, obwohl du eigentlich Ruhe brauchst.

Wie Migräne-Coaching dich hier unterstützen kann

In meinem Migräne-Coaching schauen wir nicht nur auf die Attacken, sondern auch darauf, was dich im Alltag belastet. Dazu können Schuldgefühle gehören, Schwierigkeiten beim Grenzen setzen oder der Gedanke: „Ich darf niemanden enttäuschen.“ Denn das macht es dir schwerer, deine Migräne so gut zu managen wie du kannst.

Gemeinsam können wir herausarbeiten, wie du deine Bedürfnisse ausdrücken kannst, ohne dich jedes Mal ausführlich rechtfertigen zu müssen. Vielleicht weißt du auch längst, was du sagen “müsstest”- und trotzdem meldet sich sofort dein schlechtes Gewissen. EMDR kann hier ein unterstützender Baustein sein, um an der emotionalen Belastung hinter Sätzen wie „Ich muss immer funktionieren“ zu arbeiten.

Die Angst vor der nächsten Migräne-Attacke

Diese Angst begegnet mir mit Abstand am häufigsten. Sie kann sogar an schmerzfreien Tagen mit am Tisch sitzen.

„Kann ich das Wochenende planen?“ „Was, wenn es im Urlaub losgeht?“ „Ist dieses Ziehen schon der Anfang?“

Wenn du wiederholt erlebt hast, wie eine Attacke deine Pläne durchkreuzt, ist diese Sorge nachvollziehbar. Nur: Du möchtest die Zeit zwischen den Attacken ja nicht ausschließlich mit dem Warten auf die nächste verbringen, oder?

Wie Migräne-Coaching dich hier unterstützen kann

Das Ziel ist nicht, dir einzureden, dass garantiert keine Attacke mehr kommt. Diese Sicherheit kann dir niemand geben. Stattdessen können wir aber daran arbeiten, dass du dich der Unsicherheit weniger ausgeliefert fühlst. Häufig löst die Erinnerung an frühere Attacken starke Anspannung aus. Hier können wir schauen, ob EMDR für dich geeignet ist, damit die Angst deinen Alltag zukünftig weniger bestimmt.

Außerdem finden wir ganz konkrete Entlastung: Was hilft dir, wenn die Sorge auftaucht? Welche Entlastung passt wirklich in deinen Alltag? Wen kannst du um Unterstützung bitten? Und was brauchst du, falls eine Attacke kommt?

Nicht jede Strategie passt zu jedem Menschen. Deshalb schauen wir gemeinsam auf deine Situation. Solche Reaktionen lassen sich nicht immer allein durch ein gutes Gespräch verändern. Hier kann EMDR das Migräne-Coaching sinnvoll ergänzen.

Was ist EMDR?

EMDR steht für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“, auf Deutsch etwa „Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen“. Während du dich unter fachlicher Begleitung mit einem belastenden Thema beschäftigst, werden abwechselnd die linke und die rechte Seite stimuliert – beispielsweise durch angeleitete Augenbewegungen. Ich nutze auch gerne entsprechende Musik, die meine Klienten als besonders angenehm empfinden – und nachher mit nach Hause nehmen dürfen.

Ziel ist, die Verarbeitung belastender Erinnerungen und der damit verbundenen Gefühle zu unterstützen, sodass sie im Heute als weniger belastend erlebt werden. Im Coaching können EMDR-basierte Ansätze je nach Anliegen helfen, emotionalen Stress zu reduzieren und festgefahrene, innere Reaktionen zu verändern. Ob dieser Ansatz für dich geeignet ist, klären wir gemeinsam vorab.

Was bedeutet das für deinen Umgang mit Migräne?

Wir arbeiten nicht an deiner Migräne „als Blockade“, sondern an dem, was dich zusätzlich belastet. Das kann zum Beispiel die Angst vor Bewertung sein, ein starkes Schuldgefühl beim Absagen oder die Anspannung beim Gedanken an eine frühere Attacke.

Dabei geht es nicht darum, Gefühle wegzudrücken oder dir positive Gedanken einzureden. Sondern darum, dass sich ein Gedanke wie „Ich darf für mich sorgen“ nicht nur vernünftig anhört, sondern für dich auch stimmig anfühlt! Denn nur so kannst du es im Alltag auch umsetzen.

Wichtig: Migräne ist eine neurologische Erkrankung – kein Zeichen ungelöster innerer Konflikte. EMDR ersetzt keine medizinische Migränebehandlung. Und nicht jedes Thema gehört ins Coaching: Wenn eine psychische Erkrankung oder die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen im Vordergrund steht, helfe ich dir gerne als Heilpraktikerin für Psychotherapie im psychotherapeutischen Rahmen weiter.

Migräne-Coaching: Mehr Handlungsspielraum statt noch mehr Selbstoptimierung!

In meinem Migräne-Coaching geht es darum, dein persönliches Migräne-Puzzle besser zu verstehen: Was belastet dich? Was brauchst du? Wo können Grenzen, Pausen, Unterstützung oder ein anderer Umgang mit Gefühlen deinen Alltag erleichtern?

Wir können die drei Ängste zum Ausgangspunkt nehmen und gemeinsam passende nächste Schritte entwickeln: ein Arztgespräch vorbereiten, Grenzen klarer ausdrücken, Unterstützung im Alltag organisieren oder mit EMDR an belastenden inneren Reaktionen arbeiten.

Nicht mit dem Versprechen, jede Attacke zu verhindern oder jede Angst aufzulösen. Sondern mit dem Ziel, deinen Umgang mit Migräne zu stärken und wieder mehr Raum für dein Leben zu schaffen.

Wenn du dich in diesen Gedanken wiedererkennst, musst du nicht erst allein eine Lösung finden. Informiere dich über mein Migräne-Coaching und nimm Kontakt zu mir auf. Gemeinsam klären wir, welche Begleitung zu dir passt und ob EMDR für dein Anliegen eine sinnvolle Ergänzung sein kann.

Hinweis: Migräne-Coaching ergänzt die ärztliche Versorgung, ersetzt aber keine medizinische Behandlung. Wenn Ängste deinen Alltag stark einschränken, biete ich dir als Heilpraktikerin für Psychotherapie gerne eine psychotherapeutische Begleitung an. Ob Coaching oder Psychotherapie für dein Anliegen passend ist, klären wir vor Beginn.